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"Psychose des Bakterienkrieges". Die Debatte über eine biologische Kriegsführung in der Schweiz während des Kalten Krieges

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Schweizer Armee immer wieder von schweizerischen Politikern, der Militärführung und WissenschaftlerInnen als Vorreiterin der globalen Katastrophenmedizin bezeichnet. Sie, und damit die Schweiz, galt für den modernen Kriegsfall als gerüstet, obwohl sie - im Gegensatz zu anderen kriegsteilnehmenden Ländern - nie den Ernstfall erlebte. Bereits während des Zweiten Weltkriegs setzten heftige Diskussionen über die nötige Ausrüstung der Schweizer Armee mit ABC-Waffen ein. Dabei wurden von einigen wenigen Planern der Generalstabsabteilung kostspielige Strategien für die nächsten Jahrzehnte entwickelt und festgelegt. Diese haben in der Folge massgeblich zum starken Ausbau des ABC-Schutzes für die eigenen Truppen und die Zivilbevölkerung geführt und einen wichtigen Beitrag zur Konsolidierung der noch jungen "Public Health" geliefert.

Mein Vortrag beschäftigt sich mit den Kontroversen in Zusammenhang mit der Entwicklung und Beschaffung von biologischen Waffen und soll die Mechanismen aufzeigen, mit denen sich militärisch-wissenschaftliche Kreise über kritische Gegenstimmen hinwegsetzten, um ihre Programme implementieren zu können. So forderte unter anderem der Glarner Professor Fritz Zwicky, der bereits seit 1939 in der US-Militärforschung arbeitete und ein prononcierter Verfechter des „Totalen Krieges“ und damit auch der „Totalen Landesverteidigung" der Schweiz war, den Bundesrat in einem Bericht an die Landesverteidigungskomission dazu auf, alternative Waffengattungen zu beschaffen. Zwicky war davon überzeugt, „dass der Bakterienkrieg die einzige bis jetzt bekannte Möglichkeit eines ‚menschlichen’ Krieges in sich birgt. Es ist in der Tat denkbar, Bakterien oder Viruse bestimmter Art unter bestimmten Bedingungen so anzuwenden, dass grosse Verbände des Feindes ausser Aktion gestellt werden, ohne dass ihre Einzelmitglieder getötet werden oder permanenten Schaden erleiden.“ (Zwicky, F. Vorschläge zur Gesamtbereitschaft der Schweiz gegen kriegerische Angriffe. 30.9.1947. BAR. E 27. Bd. 4215.)

ReferentIn


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