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Wissen und Macht in gelehrten Sozietäten (18.-19. Jahrhundert)

Freitag, 10. Juni
11:15 bis 12:45 Uhr
Raum 3028

In den letzten Jahrzehnten haben sich HistorikerInnen vermehrt mit Praktiken und Formen des „Wissens“ über die Natur während der Frühen Neuzeit beschäftigt. Dabei wurde klar, dass die Generierung von „Wissen“ stets in Abhängigkeit von unterschiedlichen Machtstrukturen geschah. Das vorliegende Panel richtet seine Aufmerksamkeit auf „wissenschaftliche“ und gemeinnützig-ökonomische Sozietäten als Orte der Macht. Aus verschiedenen Perspektiven soll betrachtet werden, wie sich Machtkonstellationen im Kontext dieser Institutionen manifestierten: So kann untersucht werden, wie durch ihre Aktivitäten „Wissen“ generiert und definiert wurde oder welche politischen Machtinteressen hierbei, und dann insbesondere bei der praktischen Nutzbarmachung von Kenntnissen, wirksam wurden.

Eine mögliche Perspektive bezweckt die Analyse der Wissensgenerierung in Abhängigkeit von Sozietäts-internen Machtkonstellationen. Entgegen der Maxime, als hierarchiefreie Diskussionsforen zu fungieren, war der Informationsaustausch innerhalb von Sozietäten stets auch durch den unterschiedlichen Einfluss von Interessengruppen bestimmt. Dies begann bei der Aufnahme von Mitgliedern und setzte sich fort in der Auswahl der behandelten Themen und der dabei hinzugezogenen Medien und Informanten. Es kann insbesondere gefragt werden: Unter welchen Bedingungen war Teilhabe möglich, was beeinflusste die Inklusion und Exklusion von Personen und Diskursen? Welche Rolle konnten nicht-akademische Akteure und das lokale Wissen in diesen Gremien spielen? Welchen Einfluss hatte die Ausdifferenzierung wissenschaftlicher Disziplinen?

Mit einer anderen Perspektive können wir untersuchen, wie sich diese Institutionen als Akteure in ihrem politisch-sozialen Umfeld situierten. So war etwa die Ausrichtung der Wissensproduktion auch von wirtschaftlichen und politischen Machtinteressen der Mitglieder gelenkt. Wenn es um die praktische Nutzbarmachung von neuen Erkenntnissen ging, interagierten die Sozietäten mit einem breiten Spektrum von Personen ausserhalb der Gelehrtengemeinschaft – und zwar von der jeweiligen Obrigkeit über die Bauern bis hin zu protokapitalistischen Unternehmern.

Die Wissensproduktion und Vorbereitung der konkreten Anwendung dieses Wissens in „wissenschaftlichen“ und gemeinnützig-ökonomischen Sozietäten fand stets im Spannungsfeld von unterschiedlichen Interessen statt. Im Rahmen dieses Panels sollen die in diesem Umfeld möglichen Handlungs- und Einflussmöglichkeiten von verschiedenen Akteursgruppen nachvollzogen werden. Dazu kann auch die Organisation und Institutionalisierung von wissensbezogenen Praktiken und die daraus resultierenden Schwerpunktverlagerungen von Inhalten „wissenschaftlicher“ Diskurse rekonstruiert werden.

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Tagungsorganisation: Schweizerische Gesellschaft für Geschichte und Historische Institute der Universität Lausanne | Kontakt