Organized by
LogoSchweizerische Gesellschaft für Geschichte
Logo Universität Lausanne
Supported by
Logo Universität Lausanne
Logo Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften
Logo Schweizerischer Nationalfonds
Logo Universität Lausanne
Logo Société Académique Vaudoise
Logo Fondation pour l'Université de Lausanne
Logo Mnémo-Pôle
Logo Fondation Pierre du Bois
Sponsored by
Logo Universitäre Fernstudien
Logo Ville de Lausanne
Logo Canton de Vaud
Logo Schwabe AG

Formen der Entrechtung: Administrative Versorgungen als Mittel staatlicher (Durchsetzungs-)Macht

Donnerstag, 9. Juni
09:15 bis 10:45 Uhr
Raum 3017

Mit der Ratifizierung der Europäischen Menschenrechtskonvention verpflichtete sich die Schweiz die Praxis der administrativen Versorgung abzuschaffen. Bis 1981 war es Verwaltungsorganen möglich, Jugendliche und Erwachsene ohne Gerichtsentscheid zur Nacherziehung oder Besserung in geschlossenen Institutionen zu versorgen; nicht selten ohne Rekursmöglichkeit. 2014 wurden die Betroffenen solcher fürsorgerischer Zwangsmassnahmen per Bundesgesetz rehabilitiert und eine unabhängige Expertenkommission zur wissenschaftlichen Aufarbeitung dieser Praxis eingesetzt.

In der Auseinandersetzung mit den Erscheinungsformen administrativer Versorgungen zeigt sich der Umgang mit Personengruppen, die den zeitgenössischen Rahmen der Norm sprengten. Es werden Argumentationsweisen und Mittel der Ausübung staatlicher Macht zum Erhalt gesellschaftlicher (bürgerlicher) Wertestrukturen in einem sich entwickelnden Sozialstaat, greifbar. Sie ist damit eine spannende Folie für den Blick auf staatliche Interventionen im Spannungsfeld zwischen individueller Freiheit und staatlichem Zwang; bis heute.

Die Beiträge dieses Panels setzen sich mit der administrativen Versorgung als Mittel staatlicher (Durchsetzungs-)Macht auseinander. Sie beleuchten die Entstehung und Umsetzung der administrativen Versorgung als staatliche Zwangsmassnahme und setzen diese in regionale und institutionelle Zusammenhänge. Im Rahmen des Kommentars wird darüber hinaus zusätzlich eine Verbindung zu aktuellen gesellschaftspolitischen (und staatlich mitgetragenen) Rehabilitationsdiskursen geschaffen, der nicht zuletzt auch die Rolle der Geschichtswissenschaften miteinbezieht.

Panelverantwortliche/Moderation: Dr. phil. des. Loretta Seglias, Wädenswil

Verantwortung

ReferentInnen

Referate


Tagungsorganisation: Schweizerische Gesellschaft für Geschichte und Historische Institute der Universität Lausanne | Kontakt