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Die Verschiffung der Welt. Transmarine Ordnungen in der Vormoderne

Freitag, 10. Juni
09:15 bis 10:45 Uhr
Raum 3128

Das hier vorgeschlagene Panel nimmt einen Raum in den Blick, der auf besondere Weise Macht und ihre Formen engführt: Der vormoderne Hafen. Dabei interessieren uns Hafenräume als Orte der Verdichtung und Verknüpfung, aber auch der Ordnung und Macht. Denn in diesem relativ klar bestimmbaren Raum treffen flaschenhalsgleich Güter aus mehr oder weniger fernen Ländern, Tiere aus der näheren Umgebung und Menschen aus unterschiedlichsten Gegenden und sozialen Gruppen aufeinander, um für einen begrenzten Zeitraum gemeinsam an Bord zu sein und sich dann – im nächsten Hafen eingelaufen – wieder voneinander trennen. Fragen nach der Ordnung der Güter schliessen hier in doppelter Hinsicht an: Neben Schiffsräumen und Lagerstätten geraten vermeintlich unscheinbare Zeugnisse wie Güterlisten und Passagierregister zu Medien der Ordnung. Die Verschiffungsprozesse am Hafen eröffnen unter dieser Frageperspektive den Blick auf Szenerien, in denen Formen von Macht emergieren.

Kultur- und mediengeschichtliche Studien haben die Häfen als Start- und Zielpunkte gesetzt und damit Passagen als Transferräume eröffnet. Die Überführung, beispielsweise von der Alten in die Neue Welt oder über das Mediterraneum, wurde dabei nicht nur als Reise problematisiert, sondern als medialer Transformationsprozess. So anregend diese Studien sind, so bleiben dabei die materiellen Bedingungen der Verschiffung am Rande des Blickfeldes. Erst die konkrete Fokussierung auf Praktiken, so die vorgeschlagene These, ermöglicht es, Häfen nicht nur als vage Vorstellungsräume zu verwenden, sondern sie als Orte der Verdichtung von Machtformen zu diskutieren. Häfen waren immer auch Orte, an denen sich obrigkeitliche respektive herrschaftliche Kontroll-, Verzeichnungs- und Reglementierungsvorstellungen besonders dicht überliefert haben, gerade weil sie räumliche, politische und soziale Grenzen sichtbar machen. Der transmarine Transport von Gütern, Tieren und Menschen wird im Verschiffungskontext zu einem herrschaftlichen Akt der Ordnung, der sich daher nicht nur schriftlich, sondern auch materiell fassen lässt.

Die Panelbeiträge befassen sich mit medialen und materiellen Formen wie Inventaren, Frachtlisten und anderen Ordnungssystemen, die als schriftliche Ausdrucksformen von Machtansprüchen und -vorstellungen zeugen. Dabei soll von der Überlegung ausgegangen werden, ob diese Verschriftlichungsformen das Verzeichnete – zumindest temporär – verändern: Werden Tiere zu Gütern? Sklaven zu Passagieren? Die Panelteilnehmer sollen diese Fragen zum Ausgangspunkt nehmen, um danach zu fragen, wie der Verdichtungsraum Hafen unterschiedliche Ordnungsformen generiert, um in einem weiteren Sinne verstandene Objekte zu erfassen, zu sortieren und zu reglementieren. Dabei sollen sowohl spätmittelalterliche wie frühneuzeitliche Fallbeispiele gewählt werden, die es erlauben, unterschiedliche historische Konfigurationen von Hafenpassagen miteinander in Beziehung zu setzen.

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