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Modernes Militär: Zwischen rigider formaler Organisation und Kontingenzbewältigung im Kampf

Donnerstag, 9. Juni
11:15 bis 12:45 Uhr
Raum 2098

Panelvorschlag für die Vierten Schweizerischen Geschichtstage 2016:

«Formen der Macht»

Titel: Modernes Militär. Zwischen rigider formaler Organisation und Kontingenzbewältigung im Kampf

Panelleiter: Prof. Dr. Rudolf Jaun, Universität Zürich

Mit welchen Waffen und Mitteln militärischer Kampf auch immer ausgetragen wird, Verlauf und Ausgang des Kampfes sind kontingent, das heisst offen und nicht determiniert. Der Kampf ist von Unsicherheit, Komplexität, Friktionen, oft von fehlender Transparenz und Zeitdruck, aber auch von Momentum, Kulmination und Entscheidung geprägt.

Die Antwort auf diese Problemlagen der Kampfführung mit immer grösser werdenden Streitkräften ist seit der frühen Neuzeit die Herausbildung formal organisierter Kampfverbände (Kompanien, Bataillone, Regimenter usw.), welche formale Kampfverfahren anwenden und durch eine formal organisierte Organisation geführt und alimentiert werden.

Diese von Europa ausgehende Entwicklung des modernen Militärs verbreitete sich weltweit in vielfachen nationalen Transformationen und Variantenbildungen. Die Wirkkraft dieser Formalisierung ist aber transnational in der langen Dauer ungebrochen erhalten geblieben.

Im Rahmen dieser Entwicklung wird eine spezifische, generalisierte militärische Erwartungsstruktur ausgebildet, welche besagt, was militärisches, bzw. soldatisches Verhalten in sich schliesst. Militärisches Verhalten zeichnet sich durch eine Unterwerfung unter eine durch Befehle vermittelte Macht-, Autoritäts- und Führungsinstanz ab, welche die hierarchisch geordneten Organisationsmitglieder zur Kampführung mittels Gewaltmitteln verwendet und durch Drill einübt.

Als hierarchische Makrostruktur wird feingegliedertes Kader (Offiziere/Unteroffiziere) und uniforme Mannschaft unterschieden. Dem feindgegliederten Kader kommen Macht- und Herrschaftsbefugnisse zu, um die formale Organisation in den kontingenten Situationen des Kampfes aufrecht zu erhalten.

Militärische Streitkräfte gehören damit zu den Vorreitern der Ausbildung von hierarchischen Befehlsstrukturen. Befehl als formalisierte, nicht verhandelbare Anweisung charakterisiert die militärische Kommandokette.

Verhaltensenttäuschungen der Mitglieder der formalen Organisation Militär werden durch ein rigides Disziplinar- und Militärstrafrecht geahndet. Individuelle und kollektive Insubordination gegen die Mitgliedschaftsrolle, kollektive Gehorsamsverweigerungen und versuchtes Verlassen der Organisation werden militärstrafrechtlich verfolgt.

Das Panel verfolgt das Ziel, mittels instruktiven Fallstudien das Funktionieren des internen Macht-, Autoritäts- und Führungsapparates der formalen Organisation Militär zu problematisieren und Insubordinationen unter die militärische Ordnung und darauf folgende Sanktionen zu thematisieren. Dabei sollen die analytische Orientierungsleistung systemtheoretischer und erfahrungsgeschichtlicher Ansätze erörtert werden.

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Tagungsorganisation: Schweizerische Gesellschaft für Geschichte und Historische Institute der Universität Lausanne | Kontakt