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Macht und Natur: die Monarchie des 19. Jahrhunderts auf dem Weg in die Berge

Donnerstag, 9. Juni
11:15 bis 12:45 Uhr
Raum 3068

Die Bedeutung der Monarchie für das „lange 19. Jahrhundert“ wird von der jüngeren Forschung vermehrt betont. Sie verweist etwa auf die Tatsache, dass alle Staaten, die in Europa zwischen 1815 und 1914 unabhängig wurden, monarchische Verfassungen annahmen; erst nach dem Ersten Weltkrieg trat man bei Staatsgründungen in das republikanische Zeitalter ein. Unsere Fragestellung fokussiert auf die aufkommenden Alpenreisen der europäischen Königshäuser und befragt sie als Indikatoren von Veränderungen ihrer Lebens- und Herrschaftsstile. Handelte es sich um Versuche, die bürgerliche Naturbegeisterung aufzunehmen und auch in diesem Bereich buchstäblich „oben“ zu bleiben?

Ein Möglichkeit dazu ergab sich etwa über die Jagd. Bekannt ist der Fall von Vittorio Emanuele II, König von Sardinien-Piemont, der 1856 ein Jagdrevier im Aostatal schuf und es dann mit grosser Medienbegleitung regelmässig besuchte. In der Habsburgermonarchie ging der Alpenbezug einen Schritt weiter. Seit den 1820er Jahren entfaltete sich im Salzkammergut ein mondänes Gesellschaftsleben rund um Kuraufenthalte der Reichselite. Kaiser Franz Josef I. verlegte ab 1857 seine Sommerresidenz alljährlich von Wien nach Ischl. Der Monarch und leidenschaftliche Jäger wurde damit zu einer alpinen Ikone und das Gebirge temporär zu einem Machtzentrum. Andere Bezüge ergaben sich durch speziell organisierte Reisen: Einen politischen Charakter hatte etwa die Gebirgsfahrt, die Maximilian II. von Bayern im Sommer 1858 mit Entourage unternahm. Sie führte ihn auf weiter Strecke durch den gebirgigen Teil seines Königreichs, um den Kontakt zur Bevölkerung zu pflegen und deren Huldigung zu empfangen. Einen alpinistischen Charakter hatte dagegen die Besteigung des Monte Rosa durch die Königin Margherita von Italien im Jahr 1893. Die für ihre Bergleidenschaft bekannte Königin sollte dort eine neue Forschungsstation auf über 4500 Metern einweihen. Last not least, gab es königliche Alpenreisen, die sich an kommerziellen Modellen des Tourismus orientierten und diese ihrerseits beförderten wie bei der viel beachteten Visite von Queen Victoria in der Schweiz 1868.

Wie soll man diesen neuen Naturbezug interpretieren? Wie wichtig war er für die symbolische Dimension der Macht? Welche Rolle spielten die Medien? Wie standen die Alpen zu anderen Gebieten, die man mit „Natur“ assoziierte? In drei Beiträgen wird jeweils auf Teilaspekte dieses Fragenkomplexes eingegangen. Ursula Butz (Universität Luzern) beschäftigt sich mit Kaiser Franz Josephs Aufenthalten in Ischl, Eva Bachmann (Universität Luzern) rückt die sportlichen Unternehmungen der Königin Margherita im Aostatal in den Vordergrund, und Nanina Egli (Universität Zürich) untersucht den Alpenbezug des Hauses Habsburg-Österreich. Kommentiert werden die Beiträge von Prof. Daniel Speich (Universität Luzern).

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