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Energie und Macht: Der energetische Entwicklungsweg der Sowjetunion in seinen innen- und aussenpolitischen Dimensionen

Freitag, 10. Juni
16:30 bis 18:00 Uhr
Raum 2098

Energie und Macht stehen in engen und wechselseitigen Zusammenhängen. Energie kann für die Herrschaftssicherung im Innern oder die Gestaltung der Aussenbeziehungen dann eine machtpolitische Funktion erhalten, wenn ihr eine solche im spezifischen kulturhistorischen Kontext zugeschrieben wird. Das Nachzeichnen energiepolitischer Entscheidungsprozesse erlaubt gleichzeitig einen Einblick in geistig-kulturelle Strömungen und gibt Aufschluss darüber, wie zu verschiedenen Zeitabschnitten über die Umgestaltung der Gesellschaft, die Organisation der politischen Macht oder die internationalen Beziehungen nachgedacht wurde.

Dieses Panel geht dem Zusammenhang von Energie und Macht in seinen vielseitigen Beziehungen im Fall der Sowjetunion nach. Die Sowjetunion verschrieb sich bereits früh einem energiepolitischen Imperativ, der an einen Machtgedanken geknüpft war. Lenin brachte dies 1920 mit seinem berühmten Satz auf den Punkt: „Kommunismus – das ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes.“ Die Losung Lenins drückte aber auch einen zutiefst sozialutopischen Gedanken des bolschewistischen Modernisierungsprojektes aus, der den Appell enthielt, das rückständige Russland, seine Gesellschaften wie auch seine Landschaften und die Natur nach rationalen Gesichtspunkten der Technik und Naturwissenschaften umzugestalten. Die Steigerung der Energiegewinnung wurde gleichgesetzt mit Machtvermehrung, die nicht nur Herrschaft im Innern sichern, sondern auch internationalen Zielsetzungen dienen sollte. Den Handel mit Rohstoffen begriffen die Bolschewiki bereits in den frühen 1920er Jahren als Mittel, um Zugang zu Fremdwährungen und Technologie zu erhalten. Doch Energieexporte konnten auch als Instrumente einer Grossmachtpolitik gedacht sein: Über Erdöl- und Erdgaslieferungen festigte Moskau im Kalten Krieg seine Machtstellung in den sozialistischen Staaten Osteuropas. Energieexporte an einzelne Staaten Westeuropas oder an ausgewählte Länder der Dritten Welt waren Elemente im globalen Ringen um Macht und Einflusssphären.

Die Referate in diesem Panel spüren dem Zusammenhang zwischen Energie und Macht nach und beleuchten dabei drei unterschiedliche Aspekte: Felix Frey (ETH Zürich) analysiert die sowjetische Arktispolitik und in diesem Rahmen die energetische Erschliessung der Halbinsel Kola seit den späten 1920er Jahren, Fabian Lüscher (Universität Bern) beschäftigt sich mit nuklearem Internationalismus im Ost-West-Konflikt und Stefan Guth (Universität Bern) stellt die westkasachische Energiestadt Ševčenko (Aktau) ins Zentrum seines Vortrags.

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