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Herrschaftsbefugnis und Gewaltkoordination in Heeren des Mittelalters

Donnerstag, 9. Juni
09:15 bis 10:45 Uhr
Raum 2098

Mittelalterliche Heere spiegeln, so die traditionelle Betrachtungsweise, die ständischen Hierarchien und Bindungsformen der Gesellschaften, denen sie entstammen. Werden Heere aber im soziologischen Sinn als «menschliche Gruppen» betrachtet, so ist folgerichtig davon auszugehen, dass sich in ihrem Innern spezifische, der Gruppe eigene Regeln und Normen sowie abgrenzende Symbole und Handlungsformen entwickeln. Dies muss umso mehr der Fall sein, als das Ziel der Gruppe das Töten ist. Um töten zu können, müssen die Mitglieder, Frauen und Männer, aber auch das gegenseitige Überleben sichern und gleichzeitig die Regeln und Normen der Gruppe auch mit Gewalt aufrechterhalten. Kriegerische Fähigkeiten wie Körperkraft, Gewaltfähigkeit, Waffengeschick und ethische Vorgaben wie Treue, aber auch die Fähigkeit, die Versorgung zu sichern, werden bestimmend für die Stellung des Einzelnen in der Gruppe und für die Existenz der Gruppe insgesamt.

Das Panel thematisiert das Verhältnis von Heer und Herkunftsgemeinschaft im Mittelalter. Wie präsentiert sich die soziale Struktur mittelalterlicher Heere? Welche sozialen Gruppen lassen sich fassen? Werden ständisch, soziale und rechtliche Abhängigkeiten im Heer reproduziert oder vielmehr neu formiert? Führen, umgekehrt, die im Krieg erprobten Organisationsformen zu gesellschaftlichen Veränderungen? Und wie wurden Männer in einer Epoche, in der das Kriegswesen weit mehr neben staatlichen Strukturen als in sie aufgegangen erscheint, in die der Gruppe der Krieger eigenen Regeln und Fähigkeiten eingeführt? Auf welcher Basis also wird die Befugnis zum Herrschen im Heer hergestellt und wie gelingt die Koordination der Gewalt im Krieg?

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