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Visuelle Inszenierung von politischer Macht durch Bauwerke – (k)ein Thema für den Geschichtsunterricht?

Samstag, 11. Juni
13:45 bis 15:15 Uhr
Raum 2056

Architektur als Machtmittel - dabei denkt man schnell an Hitlers und Speers Planungen für die "Reichshauptstadt Germania" oder die Planungen für München als "Hauptstadt der Bewegung". Doch bedienen sich nicht nur Diktaturen, sondern selbstverständlich auch demokratisch verfasste Staaten der Architektur als Visualisierung der eigenen Identität. Das Berner Bundeshaus ist ein vielsagendes Beispiel dafür. Alle politischen Kulturen sind durch visuelle Kommunikationsformen geprägt, bei welchen die politische Willensbildung sowie deren kommunikative Werke zu erkennen sind. Dabei kommt der Visualisierung der Macht durch Bauwerke ein hoher Stellenwert zu.

Das Weiße Haus in Washington zum Beispiel wurde als herrschaftliche Residenz im Jahre 1792 im neoklassizistischen Baustil erbaut. Diese Bauweise fungiert als Respektsymbol der Präsidentschaft für die Bürger. Es zergliedert sich in das Haupthaus sowie in den Ost- und Westflügel, welche durch Galerien und das Eisenhower Office Building verbunden sind. Die visuelle Inszenierung der politischen Macht setzt sich im Inneren fort.

In der Europäischen Union wird das Macht und Historie verkörpernde Brüsseler Ratsgebäude als identitätsstiftendes Bauwerk kontrovers diskutiert. Sein Machtformat ist ein Würfel mit einem auskragenden Photovoltaikdach sowie einer Fassade aus einem Patchwork von Fensterrahmen aus Abbruchhäusern verschiedener europäischer Länder. Sie zeigen den Verbund der europäischen Vielfalt sowie die von der Europäischen Union vorgegebenen Kriterien der Nachhaltigkeit.

Im Geschichtsunterricht der Sekundarstufe II kommt Architektur als Mittel einer solchen Machtinszenierung und -visualisierung wenig vor. In den gängigen Schulgeschichtsbüchern, wie auch in den einschlägigen Zeitschriften für Geschichtslehrpersonen kommt das Thema nur am Rande zur Sprache.

Doch bietet Architektur einen Wiedererkennungseffekt im Alltag und einen anderen, visuellen und gestalterischen Zugang zu einem Thema. Für uns als Verein der Schweizerischen Geschichtslehrpersonen ist das Anlass, uns vertieft mit diesem Thema zu beschäftigen und uns in dem Panel folgenden Leitfragen zuzuwenden:

1. Welche Beispiele könnten im Unterricht vertieft werden?

2. Wie kann das Thema im Unterricht gewinnbringend thematisiert werden?

Im geplanten Panel sollen zwei Aspekte vorgestellt werden:

• Am Beispiel der Berliner Siemensstadt kann die Veränderung des Stadtbildes zur Zeit der Industrialisierung gezeigt werden. Wie zeigt sich das aufgeklärte Preussen – etwa in Fragen der Religionsfreiheit - städtebaulich?

• Auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien gibt es zahlreiche Denkmäler der Titozeit, die über die Auswahl der Standorte, die Gestaltung sowie die in-tendierte Botschaft sehr viele Rückschlüsse auf das Selbstverständnis des titoistischen Jugoslawien zulassen.

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