Organized by
LogoSchweizerische Gesellschaft für Geschichte
Logo Universität Lausanne
Supported by
Logo Universität Lausanne
Logo Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften
Logo Schweizerischer Nationalfonds
Logo Universität Lausanne
Logo Société Académique Vaudoise
Logo Fondation pour l'Université de Lausanne
Logo Mnémo-Pôle
Logo Fondation Pierre du Bois
Sponsored by
Logo Universitäre Fernstudien
Logo Ville de Lausanne
Logo Canton de Vaud
Logo Schwabe AG

Access: Steuerung von Mobilitätschancen in einer ungleichen Gesellschaft

Freitag, 10. Juni
09:15 bis 10:45 Uhr
Raum 2098

Der Zugang zum Verkehrssystem ist eine der zentralen Voraussetzungen für die Teilhabe der Individuen am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben. Die Mobilitätspotenziale bestimmen die gesellschaftliche Positionierung der Akteure wesentlich mit. Die Mobilitätschancen sind ungleich verteilt: Geographische, ökonomische, rechtliche oder kulturelle Barrieren führen dazu, dass gesellschaftliche Gruppen benachteiligt, ausgegrenzt oder gar marginalisiert werden und andere bevorteilt sind.

Die vielschichtige Mobilitätskontrolle und -steuerung ist eine grundlegende vor- und parastaatliche und sie ist erst recht eine staatliche Funktion der Herrschaftsausübung. Da geht es um nichts weniger als um gesellschaftliche Lenkung. Die Bewegung und die Potentiale zu dieser sind aber schwierig fassbare Zustände des menschlichen Daseins, nicht nur für Historikerinnen und Historiker, sondern auch für die Verwaltung und die Politik. Da geht es neben der Grundtatsache der aktiven und passiven Ortsveränderung auch um Lebensgefühle, um Hoffnungen und Befürchtungen, um Konsumlust, um Status und – mit diesem verbunden – um Ausschluss.

In diesen komplexen Überlagerungen führt Lenkung immer wieder zu anderen respektive zu weiteren als nur zu den beabsichtigten Ergebnissen. Wir befinden uns im weiten Gebiet der nicht intendierten Folgen, die um die Mobilität besonders zahlreich sind und die auch wieder auf die Chancen und Möglichkeiten der Mobilität und der Kontrolle von dieser zurückwirken. Es kommt hinzu, dass die Zielsetzung der Mobilitätskontrolle und steuerung nicht immer nur diese selbst betrifft. Oft sind weitere raumordnungs-, regional- oder wirtschaftspolitische Motive handlungsleitend – und oft liegt auch die Irreversibilität der Folgen gerade dort: in den um die Mobilität entstandenen Infrastrukturen, in veränderten Siedlungsstrukturen, in der dadurch veränderten Raumordnung.

Im vorgeschlagenen Panel soll dieses Spannungsverhältnis zwischen staatlicher Regulierung und Steuerung und der Nichtkontrollierbarkeit, der Urwüchsigkeit der Mobilität interdisziplinär ausgelotet werden.

Verantwortung

ReferentInnen

Referate


Tagungsorganisation: Schweizerische Gesellschaft für Geschichte und Historische Institute der Universität Lausanne | Kontakt