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Militärunternehmer und Geistliche als Diplomaten. Aussenbeziehungen als Feld des Machthandelns eidgenössischer Eliten im 17. Jahrhundert

Donnerstag, 9. Juni
11:15 bis 12:45 Uhr
Raum 3148

Für das frühneuzeitliche Machthandeln waren Aussenbeziehungen fundamental, stellten doch die auswärtigen Mächte zentrale Ressourcen für die Bildung und Festigung der eidgenössischen Machteliten zur Verfügung. Aufbau, Erhalt und die Erweiterung von Macht im Inneren der Orte beruhten auf multipler Vernetzung mit dem Ausland; umgekehrt wurden oftmals erst diejenigen Personen von fremden Mächten wahrgenommen, die bereits eine führende Position in der eidgenössischen Innenpolitik einnahmen. Das Panel nimmt Akteure in den Blick, welche in unterschiedlichen Konstellationen und Kontexten machtpolitischen Nutzen aus den Aussenbeziehungen zogen. Die neue akteurszentrierte Diplomatiegeschichte oder auch die Wissenschaftsgeschichte haben in diesem Zusammenhang wichtige Impulse gesetzt, indem sie die Beziehungsnetze ganz unterschiedlicher Gruppen, etwa königliche Mätressen oder Gelehrte, zum Gegenstand der Forschung gemacht haben. Die Patronage- und Netzwerkforschung hat insbesondere gezeigt, dass formaler Status und tatsächliche Macht eines Akteurs häufig auseinander fielen. Dadurch rücken konkrete Praktiken der politischen Einflussnahme in den Fokus, die sich dem Blick der traditionellen Nationalgeschichte tendenziell entzogen. Wie sehr Machtpositionen von äusseren Ressourcen abhängig waren, lässt sich am mithin rasanten sozialen Aufstieg umtriebiger Parvenüs und Kreaturen oder an den permanenten Konkurrenz- und Verteilkämpfen innerhalb der Obrigkeiten ermessen.

Das Panel fragt nun spezifisch nach militärischen, diplomatischen und konfessionellen Verflechtungszusammenhängen. Es untersucht zu diesem Zweck Militärunternehmer und Geistliche. Diese beiden ausgewählten Elitegruppen sollen daraufhin befragt werden, wie und bei welchen Gelegenheiten sie grenzüberschreitende Beziehungen zur politisch-diplomatischen Einflussnahme eingingen, pflegten und nutzten. Dabei nahmen sie mithin multiple Rollen ein – beispielsweise Geistliche als Politiker oder Militärunternehmer als Diplomaten – und agierten sowohl als Klienten wie auch als Patrons. Von Interesse sind dabei insbesondere die konkreten Kommunikationszusammenhänge und -kanäle, die klientelistischen Logiken und die Korruptionsmechanismen zwecks Machtbildung, Machterhalt und Machtausübung der jeweiligen Akteure. Bedeutsam ist ausserdem, wie Machtbildung und Machtausübung legitimiert wurden, beziehungsweise wie sie von beteiligten und betroffenen Gruppen oder Individuen wahrgenommen wurden.

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