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"Prekäre Macht" ? Neue Perspektiven auf die Königsherrschaft der Rudolfinger (888-1032) / "Un pouvoir précaire" ? La royauté rodolphienne (888-1032) - nouvelles perspectives

Donnerstag, 9. Juni
11:15 bis 12:45 Uhr
Raum 3088

„Prekäre Macht“ – auf den ersten Blick ein Widerspruch, und doch beschreibt diese Wendung die Konstellation in dem 888 von den Rudolfingern errichteten Königreich Burgund recht treffend. Gering waren die Ressourcen, auf die die Rudolfingerkönige zurückzugreifen vermochten, und großen Glanz konnten (oder wollten?) diese Herrscher, die offenbar keinerlei Sorge um das Verfassen sie rühmender Werke oder das Errichten prunkvoller Bauten hegten, nicht entfalten.

Despektierlich konstatiert Thietmar von Merseburg mit Blick auf Rudolf III., kein dem Herrscher ähnle Burgunderkönig, denn dieser habe nur Titel und Krone, verleihe Bistümer denen, die von Fürsten ausgewählt würden, und besitze zum eigenen Gebrauch nur wenig, ja er lebe vom Unterhalt der Bischöfe. – Und dennoch vermochten sich die rudolfingischen Könige zu einem Zeitpunkt, als nicht nur im benachbarten westfränkischen Reich ruhmlose Herrscher abgesetzt wurden, fast hundertfünfzig Jahre, über vier Generationen hinweg, bis zum Tode des ohne ein Sohn verscheidenden Rudolf III. relativ unangefochten in ihrem Herrschaftsgebiet zu halten; ja es gelang ihnen sogar, dieses ursprünglich um den Genfer See zentrierte Territorium bis in die Provence auszudehnen und zeitweilig sogar über das nördliche Italien zu herrschen.

In diesem Panel soll daher der Frage nachgegangen werden, wie sich Machterwerb und Machterhalt in diesem sich nach 888 formierenden Herrschaftsgebilde vollzogen, in dem offenbar andere Regeln und Gesetzmäßigkeiten als in den Nachbarreichen galten, die schon die aus den angrenzenden Regna stammenden Zeitgenossen aufgrund ihrer Alterität nicht einzuschätzen wussten. Die Frage nach den „Orten der Macht“, die sich im Laufe der Jahre herauskristallisierten, wird dabei ebenso im Fokus stehen wie diejenige nach Art und Weise, nach den Wegen der Machtausübung der einzelnen burgundischen Herrscher. Entsprechend sollen Raumerfassung und -durchdringung unter den vier Rudolfingerkönigen in den Blick genommen und die Versuche der Integration der weltlichen Großen in den königsnahen und königsferneren Regionen beleuchtet werden. Möglichkeiten der Instrumentalisierung der Verwandten, Freunde und Getreuen heißt es ebenso zu analysieren wie die Modi der Einbindung der Bischöfe in die Herrschaftspraxis herauszuarbeiten. Ferner gilt es, sich den Wandel vor Augen zu führen, der sich in diesem Königreich im Laufe der Zeit vollzog, nach Kontinuitäten und Brüchen Ausschau zu halten und auch zu eruieren, inwiefern karolingische Traditionen fortgeführt wurden und unter den verschieden Herrschern auch vor dem Hintergrund der Entwicklungen in den Nachbarreichen bewusst manifestierte Neuansätze zu greifen sind.

- Ziel ist ein gleichmässig zweisprachiges Panel, das zwischen den unterschiedlichen wissenschaftlichen Diskussionen des Themas in der deutsch- und französischsprachigen Forschung vermittelt. -

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Tagungsorganisation: Schweizerische Gesellschaft für Geschichte und Historische Institute der Universität Lausanne | Kontakt