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Formes et espaces du pouvoir féminin entre public et privé (XVIIIe-XIXe siècles) - Formen und Räume weiblicher Macht zwischen Privatheit und Öffentlichkeit (XVIII.–XIX. Jh.) Panel 2 - XIX Jh.

Freitag, 10. Juni
11:15 bis 12:45 Uhr
Raum 3088

Im 19. Jahrhundert gehörten politische Partizipation, individuelle Freiheiten, Rechtsgleichheit, ökonomische Selbständigkeit, Professionalisierung und Erweiterung der Bildung von der Primarschule bis zur Universität zu den Grundpfeilern des liberalen Programms, das jedoch nur für das männliche Geschlecht gedacht war. Die Ausgestaltung dieser Programmpunkte stand auch in der Schweiz im Zentrum der Auseinandersetzung mit der konservativen Opposition, abgesehen von der weitgehenden Übereinstimmung in Fragen der Exklusion der Frauen von formeller Macht. Dennoch waren Frauen in der Schweiz sowohl vor als auch nach 1848 in die Etablierung politischer, sozialer und ökonomischer Formen der Macht eingebunden. So besetzten sie im Kontext der wirtschaftlichen Veränderungen und der bildungsspezifischen Institutionalisierungsprozesse Positionen mit Einfluss. Allerdings unterschieden sich diese je nach Region, konfessioneller Zugehörigkeit und sozialer Klasse.

In diesem Panel fokussieren wir auf Räume, die Frauen in den sich neu strukturierenden gesellschaftlichen Konstellationen definieren konnten, fragen, wie sie die dadurch gewonnene Machtpotentiale zu deuten wussten. Es sind drei Referate zu den Schwerpunkten Erziehung, Konsolidierung sozialer Klassen und Migration vorgesehen. Im Bereich der weiblichen Bildung führte die Reaktion der katholischen Opposition auf die Angriffe der Radikalen zur Gründung der Kongregationen von Lehrschwestern, deren wirkmässige Reichweite ungleich grösser war als die im liberalen Umfeld verankerten Bildungsanstalten. Sie ermöglichten unverheirateten Frauen ländlicher Provenienz professionelle Arbeit und bedeutende Machtfülle ausserhalb von Ehe und Familie. Heiratspolitik blieb allerdings im Prozess der Konstituierung neuer politischer Gruppierungen sowohl auf radikal-liberaler als auch auf katholisch-konservativer Seite ein zentraler Machtfaktor. Es ist zu fragen, inwiefern solche Verwandtschaftsallianzen von Frauen aktiv modelliert wurden und welche Kriterien eheliche Verbindungen im 19. Jahrhundert bestimmten. Ebenso stellt sich die Frage, inwiefern sich die veränderte Auswanderungspraxis nach Ende des Soldwesens auf die Machtverhältnisse zwischen den Geschlechtern auswirkte. Einerseits emigrierten vermehrt Frauen und Männer als Ehepaare, anderseits blieben Frauen – Mütter, Schwestern, Ehefrauen – wie schon im 18. Jahrhundert zurück, sicherten die Kontinuität des "Hauses" und wussten dieses zu gestalten, obwohl diesen Gestaltungsmöglichkeiten durch rechtlich Grenzen gesetzt waren.

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