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Demokratie – Aristokratie – Monarchie? Debatten um die Regierungsformen in der Eidgenossenschaft (18. bis frühes 19. Jahrhundert) / Démocratie, aristocratie ou monarchie ? Débats autour des formes de gouvernement en Suisse (18e–début 19e siècles)

Donnerstag, 9. Juni
09:15 bis 10:45 Uhr
Raum 3128

Die klassische Lehre der Staats- und Regierungsformen unterschied drei Grundtypen legitimer Herrschaft: die Herrschaft eines Einzelnen, die Herrschaft "der Besten" und die Herrschaft des Volkes. Auch wenn im politischen Denken seit dem 16. Jahrhundert der Gegensatz zwischen Fürstenherrschaft und Republik stärker in den Vordergrund rückte, blieben Monarchie, Aristokratie und Demokratie sowohl in der politischen Theorie wie auch als Begriffe zur Beurteilung konkreter politischer Systeme weiterhin präsent. Im 18. Jahrhundert erhielt die Unterscheidung zwischen der Republik des Adels und der Republik des Volkes im Zuge der Infragestellung geburtsständischer Vorrechte gar neue Virulenz, die im Kontext der Französischen Revolution und ihres Kampfes gegen Könige und "Aristokraten" erhebliche politische Sprengkraft entfaltete.

Die Eidgenossenschaft stellte dabei bereits für die "Verfassungstouristen" des 18. Jahrhunderts ein ideales Beobachtungsfeld zur Diskussion der Vor- und Nachteile der einzelnen Regierungsformen dar. Auf engstem Raum fanden sich hier politische Systeme versammelt, in denen eine Landsgemeinde, eine städtische Bürgerschaft oder auch nur eine patrizische Elite die Souveränität beanspruchten. Unter den Zugewandten Orten fanden sich zudem, was in der späteren Nationalhistoriographie bisweilen vergessen ging, auch Fürstenherrschaften wie das Fürstbistum Basel, die Fürstabtei St. Gallen und das Fürstentum Neuchâtel. Auch die politischen Akteure in den eidgenössischen Orten nahmen dabei auf die Konzepte der klassischen Staatsformenlehre Bezug, wenn sie die Verfasstheit ihres Landes beschrieben oder auch die Macht der Regierenden herausforderten. Wohl nicht zufällig ging aus diesem Kontext mit dem Contrat social auch ein politischer Theorieentwurf von erheblicher Wirkungsmacht hervor.

Das Panel fragt anhand dreier Fallbeispiele nach der Verwendung und Bedeutung dieser Konzepte der klassischen Staatsformenlehre in der politischen Sprache des 18. und frühen 19. Jahrhunderts: Was meinten führende Protagonisten bei Landesgemeindeunruhen, wenn sie von Demokratie sprachen? Wie beurteilten französische Ambassadoren die Regierungsformen der Orte? Und unter welchen Prämissen war am Beginn des 19. Jahrhundert gar die Zukunft einer monarchischen Schweiz denkbar? Ausgehend von einem Kommentar kann abschliessend über den heuristischen Nutzen eines begriffsgeschichtlichen Zugangs zu den Formen von Macht und Herrschaft im Ancien Régime diskutiert werden. Auch mag das Panel einen Beitrag zur Klärung der Frage leisten, unter welchen Bedingungen gerade in der Schweiz eines dieser Konzepte – die Demokratie – zum Losungswort der politischen Moderne werden konnte.

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